Die Beratungsstelle hatte eingeladen zu einer besonderen Veranstaltung: Die Kunsthistorikerin Dr. Ellen Markgraf aus Kassel zeigte Abbildungen von Familien aus verschiedenen Epochen der Kunstgeschichte. 

Anhand von Bildern großer Künstler wie z.B. Rafael, Pablo Picasso, Otto Dix oder Gerhard Richter konnten die etwa 60 Teilnehmer im Gemeindesaal des Diakonischen Werkes in Wetzlar am Haarplatz sehen, wie sich das Bild von Familie in der Kunst im Laufe der Zeit verändert hat.

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Dr. Markgraf zeigte ganz frühe Abbildungen von der Heiligen Familie (z.B. Rafael, 1507) oder von Otto Dix (1927), in denen der Vater als „Oberhaupt“ der Familie dargestellt wird, Frau und Kinder ordnen sich ihm unter. Zeitgenössische Darstellungen zeigen zunehmend Mann und Frau als gleichberechtigte Partner, die in Fürsorge um das gemeinsame Kind verbunden sind. (Ali Kepenek,1995, Fotografie)

Die Kunsthistorikerin zeigte aber auch Abbildungen, in denen sich der Künstler den seelischen Landschaften der Menschen zuwendet. (Harald Duwe, Tagesthemen 1982) War man bei dem einen Bild ergriffen, so konnte man an anderer Stelle geschockt sein, wenn sich im Kunstwerk Zerrissenheit von Beziehungen, Sprachlosigkeit oder gar Leere zwischen den Menschen widerspiegelte. In ihrer Einleitung hatte die Leiterin der Beratungsstelle, Dipl.-Psych. Elisabeth Grotmann aufgezeigt, dass die Botschaft eines Kunstwerkes immer im Auge des Betrachters liegt.

So entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über die Abbildungen, jeder konnte seine Meinung dazu sagen und seine Wahrnehmungen zu den Bildern.

Die Veranstaltung war Teil der „Woche der seelischen Gesundheit“, veranstaltet durch die Diakonie Lahn-Dill, deren Geschäftsführer Mathias Rau in seiner Begrüßung feststellte, dass die Beratungsstelle in Wetzlar und dem Lahn-Dill-Kreis einen wesentlichen Beitrag zur seelischen Gesundheit der heimischen Bevölkerung leistet.